Waldgartensysteme

Zukunftsweisende Anbausysteme für eine Ernährungs- und Insektenvielfalt an der Schnittstelle zwischen Naturschutz, Landwirtschaft und Gartenbau.

Ein Waldgarten ist ein entworfenes agronomisches System, das auf Bäumen, Sträuchern und mehrjährigen Pflanzen basiert. Diese sind so gemischt, dass sie die Struktur eines natürlichen Waldes, also des stabilsten und nachhaltigsten Ökosystems in diesem Klima, nachahmen.

Mit ihren verschiedenen Vegetationsschichten aus Bäumen, Sträuchern und Kräutern beherbergen sie somit eine Vielzahl an Pflanzen- und Tierarten, insbesondere Insekten. Derzeit existierende konventionelle Landwirtschaftsflächen, die vor allem durch wenig strukturierte Monokulturen geprägt und artenarm sind, sollen in unserem Projekt Waldgartensysteme (WASYS) in insektenreiche, naturnahe, und produktive Waldgartensysteme umgestaltet werden. Mit dem Vorhaben im Bundesprogramm Biologische Vielfalt wollen wir zeigen, wie diese Waldgärten auch zur Produktion von Nahrungsmitteln und Schaffung von vielfältigen Lebensräumen, aber auch für Bildungs- und Erholungszwecke genutzt werden können.

Wir wenden fünf verschiedene Waldgartenproduktionsmethoden an und vergleichen die Artenvielfalt ausgewählter Insektengruppen, wie Ameisen, Laufkäfer und Tagfalter hinsichtlich ihrer Artenanzahl und Häufigkeit der unterschiedlichen Produktionsmethoden und stellen sie einer Probefläche der konventionellen Landwirtschaft gegenüber. Dabei wird der zeitliche Verlauf beginnend ab der Pflanzung über die Etablierungsphase bis zur Ertragsphase (ab dem fünften Jahr) betrachtet. Außerdem werden die fünf Produktionsmethoden hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit gegenübergestellt und untersucht. Nach der Etablierung wollen wir die hohe Produktionsleistung des Systems Waldgarten langfristig nachweisen und auch ein Bildungsangebot schaffen, das zum Nachmachen anregt.

✓  Biologische Nachhaltigkeit und Widerstandsfähigkeit, um Störungen wie der globalen Erwärmung zu begegnen,

✓  hohe Flächenproduktivität, durch Nutzung verschiedener, pflanzenspezifischer Ressourcen mit einer (oft sehr hohen) Anzahl verschiedener Produkte,

✓  geringe Pflegeintensität und

✓  weiträumige Baumpflanzung, kein Einsatz von Ackergiften, sehr reduzierter Einsatz von organischem Dünger sowie eine äußerst geringe Bodenbearbeitung.

Als Ökosystemleistungen werden Leistungen der Natur für den Menschen bezeichnet, die der Mensch durch Lebensräume und Lebewesen beziehen. Die Ökosystemleistungen schaffen die Basis zur Erfüllung grundlegender Bedürfnisse, wie den Zugang zu sauberem Wasser und gesunder Lebensmittel. Die Grundlage der Ökosystemleistungen ist die Biodiversiät.

✓  Biodiversität: Einbringen vielfältiger aufeinander abgestimmter (Nahrungs-) pflanzen und strukturelle Vielfalt,

✓  Bodenschutz: Reduzierung von Wasserverlust, Bodenmaterial, organischen Stoffen und Nährstoffen

✓  Klimaschutz: CO2 wird langfristig in organischer Substanz und Huminstoffen gebunden

✓  Landschaftsästhetik: sensitive Wahrnehmung, Empfindung und Erleben des Menschen

✓  Kulturhistorische Bedeutung: historische Nutzungsformen wie Waldweide, Niederwald,

✓  Kleinsthöfe, etc. und symbolische Bedeutung des deutschen Waldes in deutschen Sagen und Mythen

✓  der positive Einfluss auf das Mikroklima,

✓  die Umverteilung von Nährstoffen aus tiefen Bodenschichten,

✓  die Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit,

✓  die Aufwertung von Grenzertragsstandorten und

✓  die Schädlingsregulierung.

✓  ökonomischer Diversifikation,

✓  kurzfristigem rentablen Einkommen bei langfristiger Investition,

✓  produktionsintegriertem Umweltschutz und Tierwohl und

✓  beim Absatz von Nischenprodukten.

Quelle: CRAWFORD, MARTIN (2010): Creating a Forest Garden: Working with Nature to Grow Edible
Crops. Green Books. 384 S.Mustergliederung – BPBV – Stand 4/2018

Gefördert im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz